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Ekin Deligöz besucht die Firma actensys


Innovative mittelständische Unternehmen sind von den Kürzungen bei der Förderung erneuerbarer Energien ab 1. Juli bedroht. Viele Projekte mussten kurz vor der Realisierung gestoppt werden.

Matthias Mader freut sich über den Besuch der Grünen Bundestagsabgeordneten in seinem kleinen aber umsatzstarken Unternehmen in Ichenhausen. Das unabhängige Ingenieurbüro hat sich mit 20 neuen Arbeitsplätzen innerhalb von zwei Jahren und einem derzeitigen Jahresumsatz von 20Mio. € zu einer führenden Größe in der Region entwickelt. Der Grund des Besuches ist klar. Frau Deligöz möchte sich erkundigen welche Auswirkungen es hat, dass ab dem 1. Juli die Förderung der Solartechnologie um ca. 16% gekürzt wird und die Förderung von Anlagen auf Ackerflächen gleich ganz, ohne eine vernünftige Übergangsregelung gestrichen wird.

Das junge Unternehmen, das sich auf die Planung, Realisierung und die technische Betriebsführung von Photovoltaikanlagen in allen Größen spezialisiert hat, steht zwar durch die neue Regelung nicht vor dem Aus, muss aber massive Umsatzeinbußen hinnehmen. „Damit geht eine Menge Wertschöpfung hier in der Region verloren“ meint Mader. „Nicht nur die Einnahmen die durch die Stromerzeugung direkt entstanden wären gehen dem Landkreis verloren. Auch das lokale Handwerk verliert durch diese Politik wertvolle Aufträge mitten in der Krise“ erklärt Mader.

Gerade der komplette Wegfall der Förderung auf Ackerflächen tue weh und sei unverständlich. „Eine moderne Photovoltaikanlage versiegelt die Flächen keineswegs und die Effektivität pro Quadratmeter ist weit höher als der flächenintensive Anbau von anderen Energieträgern.“ Die Böden könnten sich sogar von exzessiver Bewirtschaftung und Überdüngung erholen und die Anlagen sind bei Bedarf schnell und komplett rückstandsfrei abbaubar.

„Das schrittweise Zurückfahren der Förderung war auch schon im Gesetz von Rot-Grün vorgesehen und auch gut so“, sagt Deligöz. Schließlich wolle man, dass sich die Technologie am Energiemarkt durchsetze. „Was aber Schwarz-Gelb jetzt macht ist Kahlschlag und wird Investitionen in neue Technologien verlangsamen oder gar verhindern.“ Das kann Mader bestätigen. Sein Unternehmen plante noch vor den Kürzungen den Einstieg in die Entwicklung neuer Produkte zur sinnvollen privaten Speicherung und Nutzung der im Haushalt erzeugten Solarenergie. „Bei steigenden Strompreisen wird die private Nutzung der Photovoltaikenergie immer interessanter. Beim Einstieg in die Elektromobilität sowieso!“ so Mader. Diese Pläne, in die Entwicklung von innovativen Speichermöglichkeiten zu investieren, könnten jetzt in Gefahr geraten. Das in den erneuerbaren Energien die Zukunft liegt, darüber sind sich die Gesprächspartner einig. Die vorzeitigen und hohen Kürzungen in diesem Bereich und die gleichzeitige Verlängerung der Laufzeiten für Atomenergie sei ein unverständlicher Schritt in die falsche Richtung.