Solarpark Wolpertstetten – EinweihungSolar Park Wolpertstetten - Inauguration
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Die Sonne als Zukunft der ländlichen Räume


Von Christian Packheiser
Wolpertstetten - Sie wollten einen konstruktiven Beitrag zur Verbreitung alternativer und umweltschonender Energien leisten: Mit dieser Zielsetzung gingen die Gesellschafter der KLS Solar GmbH aus Blindheim im März ans Werk und errichteten eine Freiflächenanlage für Fotovoltaik in Wolpertstetten. Diese wurde am vergangenen Freitagabend eröffnet und durch Dekan Dieter Zitzler gesegnet.




Auf Bodendenkmal gestoßen

Gesellschafter Josef Linder würdigte dabei die stets kooperative Zusammenarbeit mit den Behörden, besonders mit dem Dillinger Landratsamt und dem Gemeinderat Blindheim. Er dankte allen, die an der Realisierung des Projekts beteiligt waren, sowie den Anwohnern, die geduldig die widrigen Umstände während der Bauzeit in Kauf genommen hätten. Eine große Überraschung habe es gegeben, als man während der Planungsarbeiten auf ein Bodendenkmal gestoßen sei: Dabei handelte es sich um eine Siedlung aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend. Nachdem Archäologen diese Funde sichergestellt hatten, konnte der Bau planmäßig weitergehen.

Linder betonte: „Wichtig waren uns besonders die ökologischen Aspekte, der Umweltschutz und der Naturschutz.“ Dementsprechend wurde bewusst auf kristalline Technologie gesetzt und auf die Verwendung von Schwermetallen verzichtet. Stolz erklärte Linder, dass die CO2 Einsparung der Anlage bei 1400 Tonnen im Jahr liege, was einer Menge von 850 Tonnen Braunkohle oder 540 Tonnen Erdöl entspricht. Somit produziere das Solarfeld Energie für rund 760 Zweipersonen-Haushalte. Landrat Leo Schrell sagte im Hinblick auf das Zwischenlager in Gundremmingen, er werte die 70 000 Proteststimmen aus der Region als klaren Auftrag an die Politik, die Atomenergie zumindest langfristig zu überwinden: „Der Kernenergie gehört nicht die Zukunft. Stattdessen brauchen wir einen gut durchdachten Energiemix.“ Auch die fossilen Energiequellen seien für sich allein genommen keine Patentlösung. Hierfür nannte Schrell nicht nur ökologische, sondern auch handfeste wirtschaftliche und politische Gründe. So bezahle die Bundesrepublik derzeit an Russland jährlich über 40 Milliarden Euro nur für Erdöl und Erdgas. Dies sei „volkswirtschaftlicher Unsinn“, da in Deutschland damit keine Wertschöpfung erfolge.

Zudem steige künftig die Abhängigkeit von Ländern, die reich an fossilen Rohstoffen sind, was den politischen Handlungsspielraum einenge. „Alternative Energien sind eine Chance für die Zukunftsfähigkeit insbesondere der ländlichen Räume“, sagte Schrell. Dies einerseits im Sinne zusätzlicher Einnahmen, jedoch auch, um zukunftsorientierte Investoren anzulocken.

„Richtiges Größenverhältnis“

Blindheims Bürgermeister Wolfgang Gumpp wünschte den Betreibern alles Gute und wies auf die gute Lage des Solarparks hin: „Die Anlage passt gut in die Landschaft und steht im richtigen Größenverhältnis zur Besiedlung.“ Auch dankte er für die gute Kooperation aller Mitwirkender.

Quelle: Donau Zeitung